Freiraum im Wandel – Umfeld Hermannsdenkmal Detmold

Realisierungswettbewerb, 1. Preis

(NATUR-) ERLEBNISLANDSCHAFT HERMANNSDENKMAL

Natur und Identität – Geschichte erleben im Dialog mit der Landschaft Die Leitidee für das Hermannsdenkmal in Detmold wird aus dem Ort und seiner Einzigartigkeit entwickelt. Die Grotenburg, der Wald und das Denkmal sind alles Zeugnisse der Geschichte des Ortes und diese Geschichte konnte sich nur aufgrund der besonderen räumlichen Gegebenheiten hier entwickeln. Das Konzept der Naturerlebnislandschaft zelebriert den Ort und seine Besonderheiten und bringt diese den Besucher:innen auf vielfältigste Arte und Weise näher. Die bestehenden Komponenten der Naturerlebnislandschaft werden neu akzentuiert, in Vergessenheit geratene Orte werden neu inszeniert und es werden neue Attraktoren geschaffen – alles im sensiblen Umgang mit dem Naturraum und dem denkmalgeschützten Ensemble.

VON DER ERINNERUNGSLANDSCHAFT ZUR ERLEBNISLANDSCHAFT

Der Landschaftsraum ist heute noch Träger der Erinnerungslandschaft und soll in Zukunft Träger der Erlebnislandschaft Grotenburg sein. Das Konzept Erlebnislandschaft Hermannsdenkmal zelebriert diesen Landschaftsraum, seine Identität und seinen Charakter in unterschiedlichen Arten und Weisen und schafft neue Perspektiven sich mit dieser einzigartigen Kulturlandschaft einzulassen. Unser Entwurf versteht den Ort als identitätsstiftenden Erlebnisraum, der Erinnerung, Landschaft und Begegnung in Einklang bringt. Abgeleitet aus dem Bestand wird eine Abfolge von formalen Elementen identifiziert, welche sich alle durch die Form des Kreises charakterisieren. Der Römerring, das Hermannsdenkmal, der Bandelbereich, der Bismarckstein und die Hünenringe. Im Zentrum dieser Abfolge wird der Lipperlandring um den Bismarckstein ergänzt, als Drehscheibe der Geschichte, verbindendes Element, Baumwipfelpfad und Aussichtspunkt.

DRAMATURGIE UND BESUCHERERLEBNIS

Der Eingangsbereich in das Erlebnisareal präsentiert sich den Besucher:innen direkt mit einer großen Geste. Zwei Wände formen eine torartige Situation und sorgen für einen angemessenen Empfang. Der Parkplatz wird von der reinen Erschließungsfläche zum integrativen Bestandteil des Erlebnisareals. Der Grotenburg Zeitstrahl vermittelt die Geschichte der Grotenburg von der ersten Erwähnung bis in die heutige Zeit. Ein besonderes Highlight bildet der Hermannblick, ein künstlich geschaffener Hügel, der den ersten Blick auf das Hermannsdenkmal ermöglicht. Von hier aus werden die Besucher:innen entlang des Parkplatzrandes, vorbei an einem weiteren Landschaftsblick zum Gastronomiebereich geleitet. Nach einer Stärkung und dem Besuch des Hermanneums ist bereits durch die Baumkronen der Lipperlandring zu erkennen. Dieser Ring ist gleichzeitig eine Drehscheibe der Geschichte, Informationsträger und Baumwipfelpfad. Durch den Ring wird der Steinbruch, als Ausgangspunkt für das Material des Denkmals, zum Bestandteil des Besuchs. Neue Blickbeziehungen zum Denkmal und gerade auch zu den Hünenringen werden geschaffen und durch VR-Anwendungen ergänzt. Die zentrale Wiesenfläche um den Bismarckstein lädt zu einem Picknick im Schatten der Bäume ein. Von hier aus gelangen die Besucher:innen über den Bandelbereich, mit Outdoorausstellung an der ehemaligen Bandelhütte, zum Hermannsdenkmal und der Bandeltreppe. Großzügige Rundbänke laden zum Verweilen und Bestaunen des Denkmals ein. Die anschließenden thematischen Wanderwege geben Informationen zu ortsbezogenen Themen und schaffen neue Raum- und Blickbeziehungen. Daraus resultiert ein in vielen Bereichen neues Erlebnis und eine deutlich erhöhte Verweildauer der Besucher:innen.

Landschaftsarchitektur: bauforum Berlin
Verkehrsplanung: Hoffmann-Leichter Ingenieurgesellschaft mbH
Visualisierungen: David Willner
Zeitraum: September – November 2025